Provinzialverband Pommern, Abt. Kleinbahnen /
Landesbahndirektion Pommern (PLB)

Am 1. April 1910 übernimmt der Provinzialverband der Provinz Pommern die RüKB-Betriebsführung (ab 1. April 1920: Vereinigung vorpommerscher Kleinbahnen).

Aufgrund der anhaltenden Proteste bemüht sich die RüKB um Komfortsteigerung auf der Bäderstrecke durch Trennung von Personen- und Güterverkehr, Anschaffung vierachsiger Wagen mit Toiletten und leistungsfähiger Lokomotiven vom Typ 52M. Trotzdem beschliesst der Rügensche Kreistag am 18. März 1913, keine Mittel mehr für die Bäderbahn zu genehmigen, da "ihre äußerste Leistungsgrenze erreicht" sei.

Während des 1. Weltkrieges wird ein Abzweig zur Marinefliegerstation auf der Halbinsel Bug gebaut. Dazu wird das Baumaterial verwendet, das für den nicht mehr realisierten Streckenteil nach Arkona bereits angeschafft worden ist. Die Strecke eröffnet kurz nach Kriegsende ihren Betrieb, wird jedoch schon 2 Jahre später teilweise eingestellt.




Bhf. Altenkirchen um die Jahrhundertwende
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Am 26. November 1914 beschliessen die Einwohner Sellins, die so genannte "Großbahnfrage" (regelspuriger Ausbau der Bäderbahn) vor den Reichstag zu bringen. Trotz dessen Zustimmung muß das Projekt wegen des Krieges und der nachfolgenden Inflation zurückgestellt werden.

Nach dem Kriegsende gerät die RüKB in ernsthafte ökonomische Schwierigkeiten. Die Lieferung großer Kohlemengen an die Siegermächte führt zum Kohlemangel und entsprechend hohen Kohlepreisen. Obwohl die RüKB-Tarife zum 1. März 1920 um 100% erhöht werden, muß der Betrieb im März und Oktober jeweils für mehrere Tage eingestellt werden. Die Bahngesellschaft kann die Löhne nicht mehr zahlen, was im Oktober zum Streik führt. Um einen weiteren Betrieb zu ermöglichen, entwirft die Tochter des Kleinbahn-Generaldirektors Witthöft RüKB-Notgeld. Am 7. Januar 1922 hat die Bahn 730.000 M Schulden. Zum 31. Dezember 1922 kündigt die RüKB den Vertrag für den öffentlichen Verkehr über den Fährbetrieb Wittower Fähre - Fährhof. Nun müssen alle Fuhrwerke den Umweg über Glowe und Sagard benutzen. Die stark gesunkenen Verkehrsleistungen der RüKB erreichen 1923 ihren Tiefpunkt. Immer drastischere Kürzungen führen zu hoffnungslos überfüllten Zügen, Kohlesparanlagen auf den Loks bewirken Verspätungen. Die Transport-Konkurrenz durch die Reichspost-Kraftwagenverbindung Wiek - Altenkirchen und Bergen - Binz verschärft die Situation zusätzlich. Schliesslich werden die Rügener Gutsbesitzer ersucht, zur Deckung der RüKB-Defizite unentgeltlich Getreide zur Verfügung zu stellen.


RüKB-Notgeld 1921
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Als diese der Aufforderung nicht nachkommen, muss der Betrieb vom 9. bis 23. Oktober 1923 völlig eingestellt werden. Dies führt schliesslich zu einer Verständigung mit den Gutsbesitzern, die daraufhin durch Getreidelieferungen den Fehlbetrag ausgleichen. Kurz vor Ende der Inflation weist der Geschäftsbericht 1922/23 aus: "Der sich nach der Bilanz ergebende Verlust von 1.072.442.426,34 M hätte nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches zur Konkursanmeldung führen müssen."
Die Goldmark-Eröffnungsbilanz am 1. Oktober 1923 ergibt - nach Umrechnung der Schulden in Goldwerte - nur noch ein Defizit von rund 27.000 Gmk.

Die Vereinigung vorpommerscher Kleinbahnen beantragt schliesslich am 14. Februar 1925 die Genehmigung zum Bau einer Regelspurstrecke vom DRG-Bahnhof Samtens zum RüKB-Bahnhof Karnitz. Von dort aus soll die Schmalspurstrecke über Putbus und Binz nach Göhren ebenfalls regelspurig ausgebaut und anschließend bis zum Südzipfel des Mönchsgutes erweitert werden. Nachdem die DRG auch 1930 noch keine Genehmigung erteilt, reduziert die RüKB ihre Pläne auf den Regelspurausbau Putbus-Göhren. Durch die Weltwirtschaftskrise bedingt, sind die erforderlichen 3,74 Mio. Mark jedoch nicht zu beschaffen.1935 wird dann endlich die Genehmigungsurkunde in Stettin ausgestellt und am 1. April beginnen die Bauarbeiten. Kurz darauf wird das Projekt jedoch endgültig durch die DRG verhindert, da diese eine Anschlußstrecke von Lietzow über Mukran nach Binz baut (ursprünglich Weiterführung bis Göhren geplant).

 
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- wird fortgesetzt -